Ohne Software geht es nicht – oder: was ist eigentlich Freie Software?

14. September 2011 in Allgemein, E-Learning

Wer E-Learning in der Bildungsarbeit verwenden will, braucht Software, ganz klar. Aber klar ist auch: es gibt nicht die E-Learning Software. Wichtig ist vielmehr, wie man E-Learning in die eigene Bildungsarbeit einbinden will: Wo soll der Schwerpunkt liegen, geht es um Wissensvermittlung, Kollaboration oder Kommunikation? Diese Überlegungen bestimmen, welche Software für den konkreten Fall zum Einsatz kommen soll. Das kann auch eine Mischung aus verschiedenen Komponenten sein.

Als mögliche Lösungen kommen in Betracht Foren, Blogs, Wikis, Groupware oder Community-Lösungen. Es könne auch vorhandene Strukturen des Web 2.0 genutzt werden, etwa Facebook, Youtube, Flickr und andere Angebote. In der Regel wird die Software für E-Learning im Web laufen und für die Anwender über das Internet zugänglich sein. Software, die auf den eigenen Computern installiert werden muss, spielt wohl eher eine untergeordnete Rolle, höchstens für einige sehr spezielle Anwendungsfälle.

Schnell stellt sich da die Frage nach den Kosten für die Software. Die gute Nachricht: für den überwiegenden Teil der Anwendungen gibt es kostenlose Lösungen. Und ein großer Teil der Software ist nicht nur kostenlos, sondern auch Freie Software. Wo ist aber der Unterschied? Kostenlose Software kostet kein Geld, ich darf aber nicht alles mit ihr machen. Freie Software kostet in der Regel auch kein Geld (sie kann aber Geld kosten), ich darf aber viel mehr mit ihr machen. Insbesondere darf ich die Software weitergeben, kostenlos oder aber auch gegen Bezahlung.

Viel wichtiger ist aber, das bei Freier Software der Quellcode zur Verfügung steht, also die Anweisungen, nach denen das Programm funktioniert. Dieser Quellcode und damit die Funktionen des Programmes dürfen bei Freier Software geändert und dann weiter gegeben werden. Der Erfolg einer Reihe von Programmen begründet sich darin, dass einige Freiwillige die Software genommen und an ihre eigenen Bedürfnisse angepasst und um viele Funktionen erweitert haben. Ohne dieses Prinzip wäre Software wie Linux, OpenOffice / LibereOffice, Firefox, Thunderbird, MediaWiki, WordPress und viele andere in dieser Form nicht möglich gewesen.

Auch wenn also für die Software nicht bezahlt werden muss, ist auch der Einsatz von Freier Software nicht ohne Kosten. Die Software muss installiert und ggf. angepasst werden und es ist häufig gewünscht, das Layout an die eigene Corporate Identity anzupassen. Auch eine Einweisung der Lehrenden und Lernenden ist je nach Komplexität der Anwendung notwendig. Darin unterscheidet sich Freie Software aber nicht von proprietärer Software, die sich in der Regel entgegen den Behauptungen der Marketingabteilungen nicht von selbst installiert oder sich auch nicht von selbst an die eigenen Erfordernisse anpasst.

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